WANDERN MIT KIND - HAHNKAMPL


23.05.2016

 

 

 

Nachdem der Wochenstart ja eher kalt und verregnet ist bin ich froh, dass wir das schöne Wetter am Sonntag so genießen konnten:

Da früh aufstehen nicht zu meinen Stärken gehört, überzeuge ich unsere Mitbergsteiger davon, nicht schon um sieben sondern erst gegen acht Uhr aufzubrechen. Also alle Mann, Brotzeit, Tragetücher und uns selbst in München ins Auto geladen und los geht die Fahrt.

Gegen 11 Uhr kommen wir am Großen Ahornboden an, der schon für sich ein wunderschöner Anblick ist und ein tolles Panorama bietet (außerdem laut Mitstreitern im Herbst sehr zu empfehlen - hier sind übrigens auch einfache Spaziergänge möglich). Das Auto stellen wir am Parkplatz des Alpengasthofs Eng ab, die Kurze wird im Double Hammock in das allzeit beliebte Oscha Braid Norse mit 50% Leinen gebunden und wir gehen los (gut, ich drehe nach 3 Metern wieder um nachdem ich zuvor schlicht vergessen habe, meine Wanderschuhe anzuziehen). 

Ein paar Meter hinter dem Parkplatz geht gleich links der Pfad los in Richtung Binsalm. Zunächst geht es ein wenig durch den Wald, später wird der Weg breiter und wir erreichen nach ca. 45 min die Binsalm. Auf dem gleichen Weg geht es noch ein Stückchen weiter, bis er sich wieder zu einem Pfad in Richtung Binssattel verjüngt. Mit jedem Höhenmeter - und es geht besonders im letzten Stück recht steil bergauf - wird der Ausblick schöner.

Immer wieder ertönt auch ein deutliches Donnergrollen - bei wolkenlosem Himmel: An der Wand gegenüber gehen bedingt durch die Schneeschmelze immer wieder kleinere Lawinen ab. Auf dem Sattel angekommen wäre mir eine kurze Pause ganz recht gewesen, aber der Wind pfeift ganz ordentlich.

Auf dem Grat geht es noch ein Stück auf und ab in Richtung Hahnkampl, allerdings stapfen wir hier oben noch durch einigen Schnee, was sich in unserem Tempo bemerkbar macht. Von den angegeben 2:15h sind wir weit entfernt, aber es soll ja Spass machen und kein Wettrennen werden. Vom Grat aus hat man einen hervorragenden Blick in die Täler und Bergketten zu beiden Seiten.

Etwas surreal fühlt es sich an, als die Füße kalt vom Schnee sind, der immer wieder in die Stiefel fällt und gleichzeitig aus dem Tag über die Latschen ein extrem warmer Wind weht.

Das letzte Stück bis auf den Gipfel ist noch einmal sehr steil und ich bin heilfroh, endlich oben auf 2.080m angekommen zu sein. Der Ausblick ist wirklich gigantisch, das gute Wetter und die Höhe lassen einen unheimlich weit schauen.

Bei genauem Blick erkennt man auch die Lamsenjochhütte im Schnee, die von hier aus eher einem Playmobil-Haus ähnelt als der große Hütte, die sie eigentlich ist.

Schnell besuchen uns die Dohlen bei unserer Brotzeit, die wir, hinter einem Felsen gegen den Wind geschützt, bei herrlicher Aussicht genießen. (Habe ich schon erwähnt, wie toll die Aussicht war? - Sie war wirklich toll!)

Von hier oben sieht man schon den Weg bergab über das Lamsenjoch.

Da der Trend ja bekanntlich zum Zweittuch geht, wechseln wir ins Girasol-Tragetuch, bleiben aber beim Double Hammock. (Nicht so viel Veränderung auf einmal ;) )

Zunächst geht es über einen Pfad am Grat entlang zum Lamsenjoch. Ab hier geht es noch einmal ein gutes Stück durch den Schnee - aber bergab macht das nicht nur mehr Spass, sondern es geht auch deutlich schneller. Ziemlich flott sind wir also wieder auf dem unteren Teil des Weges, der uns zu Beginn auch von der Binsalm bergauf geführt hat. An der Binsalm angekommen, gibt's noch ein Getränk und anschließend gehen wir wieder zum Auto (uns es gibt ein wohlverdientes Eis, das meine Tochter aber nur ab und zu mit mir teilt). Insgesamt waren wir mit (ausgedehnten) Pausen um die acht Stunden unterwegs. Anstrengend, aber auf jeden Fall lohnenswert! 

 

Die Fakten zur Tour: 

  • Länge: gute Frage, fühlt sich jedenfalls lang an.
  • Dauer: laut Tourenbeschreibung 4:15h, mit Pausen, Aussicht genießen und Schnee auch länger.
  • Höhenmeter: 879 m
  • Entfernung: ca. 110km ab München-Zentrum, am Ende auf Mautstraße (3,50€ für einen PKW)
  • Tragetuch: Oscha Braid Norse in Gr. 5 und Girasol in Gr. 5

Fazit: Diese Tour im Karwendel ist sicherlich eher bei den anspruchsvollen Touren einzuordnen und verlangt Schwindelfreiheit, Trittsicherheit und Ausdauer. Kinder, die die Tour selbst laufen, sollten daher schon größer sein.

 

Tourenbeschreibung gibt es hier.